Schwarzwald

Auszeit in Deutschlands Genießerecke

Badische Weine, die direkt beim Erzeuger verkostet werden können, weltberühmte, hochprozentige Kirschtorten und viele ausgezeichnete Sternerestaurants – der Schwarzwald lockt mit einer Fülle an kulinarischen Genüssen.

27.06.2022

Unterwegs auf dem Kaiserstuhlpfad Foto: Thomas Sbikowski

In der neuesten Ausgabe des „Guide Michelin“ hat der Schwarzwald seinen Ruf als Genießerecke wieder einmal bestätigt. Insgesamt leuchten jetzt 34 Michelin-Sterne über 26 Restaurants. Baiersbronn hat dabei weiterhin die Nase vorn, mit dem Restaurant Bareiss und der Schwarzwaldstube gibt es hier gleich zwei Restaurants, die mit drei Sternen ausgezeichnet sind. Dazu lockt die Region mit weltberühmten Spezialitäten wie der Schwarzwälder Kirschtorte. Die wichtigste Zutat ist das Schwarzwälder Kirschwasser, das aus fruchtigen Schwarzkirschen hergestellt wird und nur dann diesen Namen tragen darf, wenn es östlich der Bundesstraße 3 im Schwarzwald aus Kirschen dieser Region hergestellt wird.

Herzhaft geht es auf den Vespertellern der Region zu, die traditionell von einigen Scheiben Schwarzwälder Schinken gekrönt werden. Dieser erhält seinen unverwechselbaren, würzigen Geschmack durch Trocknen oder Räuchern (www.schwarzwald-tourismus.info).

Den „Wein-Schwarzwald“ bildet der Westrand der Region, der von Fachwerkdörfern, Bauern- und Winzerhöfen geprägt ist. Hier im Weinland Baden werden vorwiegend Spät-, Weiß- und Grauburgunder gekeltert, die direkt beim Erzeuger verkostet werden können. Seit 1954 schlängelt sich die „Badische Weinstraße“ auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen durch die hügeligen Weinregionen des Schwarzwaldes. Mit neu ausgewiesenen Teilstrecken in den badischen Weinbauregionen Tauberfranken im Nordosten und Bodensee im Südosten summiert sich die Ferienstraße heute auf 500 Kilometer. Wer statt im Auto zu sitzen lieber aktiv unterwegs ist, begibt sich auf den 22 Kilometer langen Kaiserstuhlpfad zwischen Ihringen und Endingen oder legt einige Etappen des insgesamt 103 Kilometer langen Ortenauer Weinpfads zurück. Unterwegs laden Gasthöfe zur Einkehr, die badische, schwäbische, elsässische und Schweizer Küche vereinen und auf regionale Produkte setzen. Das gilt auch für die saisonal geöffneten „Straußenwirtschaften“ der Winzer, die zum eigenen Wein kleine Gerichte servieren (www.badischerwein.de).

Einen aktiven Genussurlaub versprechen die kulinarischen Genießerpfade im Schwarzwald wie die Lebküchler-Wanderung in Todtmoos. Ausgestattet mit einem Vesperrucksack geht es zunächst zum romantischen Todtmooser Wasserfall und weiter über Stege, Brücken und Waldwege zum Hochkopfhaus. Unterwegs laden aussichtsreiche Plätze zum Picknick ein, das Dessert wird am Ende der Tour im Traditionscafé Zimmermann eingenommen. Insgesamt 51 Genießerpfade gibt es derzeit, die alle ein bestimmtes Thema aufgreifen. Die Premiumwege sind sechs bis 18 Kilometer lang und drehen sich um Kultur, Schwarzwälder Küche, badische Weine, Biere oder Wasser. Wer beispielsweise mehr über den Schwarzwälder Schinken erfahren möchte, ist auf dem Sauschwänzle-Weg im Südschwarzwald richtig, auf interaktive Weise vermitteln drei Installationen Wissenswertes über Heimat, Tradition und Herstellung der berühmten regionalen Spezialität. Für nostalgisches Eisenbahnflair sorgt die Rückfahrt mit der dampfbetriebenen Sauschwänzlebahn (www.sauschwaenzlebahn.de). BRIGITTE BONDER