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Beruf & Weiterbildung

Anspruchsvoll und vielseitig

Pflegeberufe. Am 12. Mai ist internationaler Tag der Pflegenden, der um die Anerkennung dieser Berufsgruppe wirbt. Der Weg in den Beruf führt über eine neue generalisierte Ausbildung oder ein Studium.

Pflegefachkräfte sind gesucht. Foto: Daniel Karmann/dp

10.05.2021
Kliniken Schmieder

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln schätzt, dass in Deutschland bis zum Jahr 2035 bis zu 150 000 Fachkräfte in der Pflege fehlen werden. Der Internationale Tag der Pflegenden wirbt deshalb jährlich am 12. Mai um Anerkennung für die Berufsgruppe. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale. An ihm finden zahlreiche Aktionen statt, die die Pflegenden in den Mittelpunkt stellen, aber auch ihre Forderungen an Politik und Gesellschaft zeigen. Denn einerseits wird die große Bedeutung dieses Berufsstandes erkannt, andererseits wird ihr enormes Engagement nach Ansicht von Berufsvertretern nicht entsprechend gewürdigt. „Es gibt eine Kluft zwischen der Rhetorik der Regierungen darüber, wie sie beruflich Pflegende schätzen, und ihren praktischen Antworten auf die Herausforderungen, vor denen Pflegende jeden Tag stehen“, konstatiert Howard Catton, Geschäftsführer des International Council of Nurses (ICN). Egal ob in Krankenhäusern, Seniorenheimen oder in der häuslichen Pflege: Pflegefachkräfte üben verantwortungsvolle Tätigkeiten aus, die menschliches Einfühlungsvermögen ebenso erfordern wie fachliches Know-how.

MENSCHLICHES EINFÜHLUNGSVERMÖGEN

Die Arbeit der Pflegekräfte ist anspruchsvoll und vielseitig. Seit 2020 nimmt darauf auch die Ausbildungsordnung Rücksicht: Die getrennten Ausbildungswege für die Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege sind Geschichte. Sie wurden ersetzt durch die einheitliche Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. In den ersten beiden Jahren der dreijährigen Ausbildung stehen Inhalte auf dem Lehrplan, die für alle Pflegeberufe relevant sind: medizinisches Wissen und pflegerisches Basis wissen, aber auch Kommunikation mit den zu pflegenden Menschen und mit Ärzten. Die Auszubildenden schnuppern dabei auch ganz praktisch in unterschiedliche Pflegebereiche hinein. Sie lernen beispielsweise die Arbeit in Seniorenheimen, in psychiatrischen Einrichtungen oder im Krankenhaus kennen.

SPEZIALISIERUNG UND STUDIUM

Dieses breite Wissen sorgt dafür, dass Pflegefachkräfte nachher beruflich sehr flexibel sind. Wer möchte, kann sich trotzdem im dritten Jahr auf Altenpflege oder Kinderkrankenpflege spezialisieren; alle anderen führen die Ausbildung genauso breit aufgestellt zu Ende. Und noch eine wichtige Neuerung gibt es: „Die Ausbildung ist kostenlos geworden, und es gibt eine Ausbildungsvergütung“, erklärt Petra Timm von Randstad Deutschland. „Auch mit ihrem Nebeneinander von Praxis im Ausbildungsbetrieb und Theorie in der Schule ähnelt die Pflegeausbildung jetzt dualen Ausbildungsgängen, selbst wenn sie offiziell als schulische Ausbildung gilt.“ Wer sich für eine Karriere als Pflegefachkraft interessiert, sollte einen mittleren Schulabschluss mitbringen. Sehr wichtig sind das Interesse an Menschen und die Lust darauf, mit anderen zusammenzuarbeiten. Der Einstieg in den verantwortungsvollen Beruf ist grundsätzlich in jedem Alter möglich, Quereinsteiger/innen sind sehr willkommen.

Wer sich spezialisieren möchte, hat eine große Auswahl an Weiterbildungen. So können sich Interessierte beispielsweise zu Fachkräften für Anästhesie oder Intensivmedizin weiterbilden. Neben der klassischen Ausbildung gibt es mit entsprechendem Schulabschluss mittlerweile auch einen Weg über ein Studium an der Hochschule in den Pflegeberuf. Dort heißen die Studiengänge etwa Angewandte Pflegewissenschaft, Gesundheitswissenschaften oder Evidenzbasierte Pflege. Die Studiengänge sollen die Berufe attraktiver machen und dafür sorgen, dass Absolventen etwa auf Augenhöhe mit Ärztinnen und Ärzten zu Therapien beraten und entscheiden können.

Informationen zur Pflegeausbildung gibt es zum Beispiel unter www.pflegeausbildung.net red, txn