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Archaische Bilder in der letzten Arbeit von Shahar Binyamini

Der Künstler fragt in seiner neuesten Choreografie „New Earth“ wie viel Tier noch in uns steckt oder ob wir Seelen sind, die in einer Hülle gefangen wurden.

„New Earth“ Foto: Studio Pramudiya
„New Earth“ Foto: Studio Pramudiya

Shahar Binyamini war 2022 der erste Resident Choreografer bei Colours, damals entwarf er die ersten Schritte für „More Than“. Nach intensivem Überdenken und Verdichten ist aus dieser Keimzelle das Stück „New Earth“ entstanden, das nun beim Colours Festival 2025 seine Deutschland-Premiere feiert. Damals galt Binyamini noch als Newcomer, zwischenzeitlich hat sich der Israeli weltweit einen Namen erworben und kehrt nun als international etablierter Künstler nach Stuttgart zurück.

„New Earth“ sucht in jeder Bewegung die angeborene, tiefe Verbindung zur Erde. Bevor er Choreograf wurde, studierte Binyamini Biologie, seine Bühne ist daher in gewisser Weise immer auch ein Labor, wo er den Körper und seinen Inhalt erforscht: Wie viel steckt noch vom Tier in uns, oder sind wir Seelen, die in einer Hülle gefangen wurden? Wie entstehen Gefühle, was verändern sie in unseren Körpern? Mit einer Erdschicht auf der Bühne und der scheinbar nackten Haut der Tänzerinnen und Tänzer entstehen fast archaische Bilder. Aufrecht schreitend suchen diese Wesen nach Würde oder zucken in plötzlicher Aufregung. Dazwischen umschlingen sie sich zu Saiten- oder Trommelklängen des Mittelmeers, immer wieder in intensiven Duos, in Momenten größter Nähe. Wie bei so vielen israelischen Choreografen liegen Shahar Binyaminis Wurzeln in der berühmten Batsheva Company, er ist ein ausgewiesener Gaga-Experte - in einer Weiterentwicklung dieser Tradition suchen er und seine Tänzerinnen und Tänzer nun Erkenntnis über den eigenen Körper.

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Die Presse urteilte schon 2022 begeistert: „Shahar Binyaminis" jüngste Choreografie, ,More Than' hat etwas unglaublich Sinnliches. Wie auch immer man das Stück interpretiert More Than' regt zum Nachdenken über die Bedeutung von Berührungen und sinnlichen Kontakten in einer digitalen Welt an“ (Luxembourg Times). Viel Ohad Naharin stecke in „More than“, stand auf „Tanznetz.de“ zu lesen. „Binyamini, Jahrgang 1988, tanzte lange in dessen Batsheva Dance Company und beherrscht die ,Gaga Movement Language'. Doch ist sein Blick weniger bitter, sein Griff ist weniger hart als der von Kollegin Sharon Eyal. Er ist liebender.“ Das Stuttgarter Publikum kann sich nun zur neuen Arbeit von Shahar Binyamini ein eigenes Urteil bilden. Zu sehen ist „New Earth“ bei Colours am 12. und 13. Juli.

red


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