Im Jahr 1768 besuchte Herzog Carl Eugen den Leonberger Pferdemarkt und kaufte damals 24 Pferde. Nun weiß man, dass der Herzog, der seine Mätresse heiratete - die spätere Franziska von Hohenheim - sicher ein Despot, aber eben auch ein Genussmensch und Freund der Kostümierung war. Kein Wunder, dass in der benachbarten Barockstadt Ludwigsburg auch heute noch die Venezianische Messe begangen wird.
In der Stadt unterm Engelbergturm haben aber vor allem die Leicha-Hexa, die Gebersheimer Waldhexen oder der 1. Karnevalverein Leonberg Gesellschaft Engelberg immer dienstags beim großen Umzug ein Heimspiel. Weitere Fasnetszünfte gesellen sich dazu. Da sind zum Beispiel die Tiefenbronna Dorfdira, die Gärtringer Mostschlotzer, die Gumpa Hexa der Flachter Strudelbachhexen, die Wimsheimer Waldgschdalda oder die Narrenzunft Grenzbachtal mit den Wimsheimer Höllberg-Hexen und dem Gaisberg-Teufel.
Genauso vertreten sind aber auch zum Beispiel der Deutscher Club für Leonberger Hunde, Landesgruppe Baden-Württemberg, Reitschulen, Kitas, der Gemeinderat, sogar aus Nachbarstädten und -orten wie Gerlingen ist die Stadtverwaltung gerne mit dabei.
Keine Frage: was den Weil der Städtern ihr Sonntags-Umzug vor dem Faschingsdienstag ist, ist den Leonbergern ihr Pferdemarkt-Dienstag. Bei beiden kommen die Hästräger, die die schwäbisch-alemannische Fasnet feiern, nicht zu kurz. Mit ihren Larven, ihren Flecken-Kostümen - eben dem Häs - und oft mit Schellen, Besen oder Trommeln ausgestattet, die so Lärm machen, dass der Winter wirklich vertrieben wird, sorgen sie auch dieses Jahr am Dienstag, 11. Februar, ab 14 Uhr für ein buntes Treiben zwischen der Römerstraße und der Graben- und Seestraße.
Eine weitere Gestalt des Leonberger Großereignisses ist der Tambour. Diesen Trommler kennt man hierzulande wahrscheinlich meistens als Person, der zu Napoleons Zeiten den Trommelwirbel machte, bevor ein Regiment angriff. Frühe Angaben zum Tambourmajor findet man in England. Um 1579 ist vom „Chief Drummer“, also dem Trommlerchef, die Rede. Aber auch in der Fasnet gibt es den Tambour als Gestalt schon lange. Vermutlich kommt er aus der Basler Fasnacht. Viele Jahre gab der Lehrer, Theatermann und Historiker Peter Höfer den Tambour beim Leonberger Pferdemarkt. Noch im vergangenen Jahr stand er auf der Bühne. Im Oktober 2024 starb er mit 83 Jahren. In die großen Fußstapfen, die Höfer hinterlässt, wird bei der Eröffnung Matthias Ansel von der Bühne 16 treten.
Von der Redaktion